Neue Forschungsgruppe am MPZPM untersucht die Biomechanik von Krebs

Krebs entsteht, wenn Zellen sich verändern und sich im Körper unkontrolliert als Tumorzellen ausbreiten. Dr. Eleni Dalaka möchte herausfinden, wie physikalische Kräfte und mechanische Eigenschaften von Zellen Krebs beeinflussen, von ihrer Entstehung bis zur Ausbreitung. Ihre neu gegründete Forschungsgruppe ›Biomechanik von Krebs‹ findet im Max-Planck-Zentrum für Physik und Medizin (MPZPM) für ihr Forschungsvorhaben beste Voraussetzungen.

Mithilfe moderner optischer und mechanischer Methoden sowie künstlicher Krebsmodelle untersucht die unabhängige Leiterin der Forschungsgruppe ›Biomechanik von Krebs‹ Eleni Dalaka drei wesentliche Aspekte. Zunächst möchten sie mit ihrem Team verstehen, warum manche Zellen metastasieren und andere nicht, und welche mechanischen Eigenschaften diese aggressiven Zellen haben. Außerdem beschäftigen sich die Wissenschaftler*innen mit der Rolle der Tumormikroumgebung. Beispielsweise möchte die Gruppe wissen, welche mechanischen Kräfte während der Krebsentstehung wirken und wie diese Kräfte die mechanischen Eigenschaften und die Invasivität von Krebszellen verändern. Des Weiteren stellen sie die Frage, wie das Immunsystem diese biomechanischen Signale erkennen und zur Krebsbekämpfung nutzen kann. Dalaka möchte entschlüsseln, wie sich die mechanischen Eigenschaften von Tumororganoiden im Laufe der Zeit verändern, wenn sie unterschiedlichen mechanischen Einflüssen wie Kompression oder Dehnung ausgesetzt sind. „Wir möchten die zugrundeliegenden biophysikalischen Mechanismen identifizieren, die die Metastasierung von Krebs vorantreiben. Unser Ziel ist es mit den Erkenntnissen aus unserer Forschungsarbeit neue Therapieansätze auf der Grundlage der Biomechanik von Krebs zu entwickeln“, sagt Dalaka.

Über Dr. Eleni Dalaka

Eleni Dalaka studierte Angewandte Physik an der Nationalen Technischen Universität Athen, Griechenland. Anschließend promovierte sie an der University of St Andrews, Großbritannien, unter der Betreuung von Prof. Dr. Malte Gather. Dort verwendete sie neuartige optische Techniken, um die von Krebszellen ausgeübten mechanischen Kräfte über mehrere Längenskalen hinweg zu messen. Anschließend trat Dr. Dalaka als Postdoktorandin in die Gruppe ›Integrative Cell and Tissue Dynamics‹ am Institut für Bioingenieurwesen von Katalonien ein, wo sie neue 3D-Co-Kultursysteme entwickelte, um vollständige Tumorgewebe in vitro nachzubilden und die T-Zell-Migration und Immunreaktionen in komplexen Systemen zu untersuchen. Seit Juli 2025 ist Dr. Eleni Dalaka unabhängige Forscherin in der Guck-Abteilung am Max-Planck-Zentrum für Physik und Medizin, wo sie optische Methoden mit neuartigen Zellkulturtechniken kombinieren will, um die Mechanik von Krebs während der Metastasierung und die Kräfte von T-Zellen bei zytotoxischen Ereignissen gegen Tumore zu untersuchen.

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