Malaria und vaskuläre Infektionen – Neue Forschungsgruppe am MPZPM gegründet
Malaria zählt zu den häufigsten Todesursachen bei Kindern weltweit und stellt eine enorme gesundheitliche wie wirtschaftliche Belastung dar. Am Max-Planck-Zentrum für Physik und Medizin (MPZPM) widmet sich Dr. Viola Introini mit ihrer neu gegründeten Forschungsgruppe der Grundlagenforschung zu der durch Plasmodium-Parasiten ausgelösten Erkrankung. Ziel ist es, neue Erkenntnisse zu gewinnen, die künftig in der Behandlung von Malaria und anderen Gefäßerkrankungen Anwendung finden können.
Eine Erkrankung mit Malaria zieht für die betroffenen Patient*innen oft schwere Komplikationen nach sich. Dabei können starke Schädigungen von Gehirn, Plazenta oder anderen Organe auftreten, oftmals mit Todesfolge. Die Forschungsgruppe ›Vaskuläre Infektionen‹ unter der Leitung von Dr. Viola Introini möchte verstehen, wie Malariaparasiten in rote Blutkörperchen eindringen und Blutgefäße verstopfen. Introini konzentriert sich auf die Untersuchung mechanischer Kräfte, die bei der Invasion und Anhaftung der Parasiten an Blutgefäßen wirken. Sie erforscht die genetischen Anpassungen, die dem Menschen gegen Malaria helfen, sowie den Einfluss von Wirtsfaktoren wie Fieber und spezifischen Gewebeverhältnissen. Dazu entwickelt das Team um Introini physiologisch relevante in vitro Gefäßmodelle, die helfen die Infektionsmechanismen von Malaria unter kontrollierten Bedingungen zu verstehen.
Über Dr. Viola Introini
Viola Introini studierte Physik an der Universität Pavia in Italien und promovierte 2020 an der Universität Cambridge unter Prof. Pietro Cicuta, wo sie untersuchte, wie die Mechanik der roten Blutkörperchen und menschliche genetische Merkmale vor Malaria schützen. Ihre Dissertation wurde von der Italienischen Physikalischen Gesellschaft mit dem renommierten ›Giuseppe Bassani‹-Preis ausgezeichnet.
Sie kam als Wellcome Trust Interdisciplinary Fellow an das Cambridge Institute for Medical Research, wo sie sich mit der Anwendung von Genom-Editierung zur Untersuchung der Invasion von Malariaparasiten befasste. Im Jahr 2022 erhielt sie ein Marie-Skłodowska-Curie-Einzelstipendium am EMBL Barcelona, wo sie ein 3D-Modell von Mikrogefäßen im Gehirn zur Untersuchung der Malaria-Pathogenese und zum Screening auf Antikörper gegen schwere Malaria einsetzte.
Seit Juli 2025 leitet Dr. Introini ihre eigene unabhängige Gruppe am Max-Planck-Zentrum für Physik und Medizin (MPZPM) in Erlangen, Deutschland. Ihr Labor entwickelt in vitro neurovaskuläre Modelle der nächsten Generation, um zu untersuchen, wie mechanische Kräfte und Gewebsumgebungen Malaria und andere Gefäßerkrankungen beeinflussen, und fördert dabei die Zusammenarbeit mit medizinischen Einrichtungen in Erlangen und international.