Forschungsgruppenleiterin am MPZPM erhält Early Career Scientist Preis

Dr. Viola Introini wurde von der International Union of Pure and Applied Physics (IUPAP) mit dem Early Career Scientist Preis der biologischen Physik ausgezeichnet. Sie erhält den Preis für ihren neuartigen physikalischen Ansatz in der Malariaforschung. Ihr Labor am Max-Planck-Zentrum für Physik und Medizin (MPZPM) entwickelt In-vitro-Mikrovaskulatur-Modelle der nächsten Generation, um zu untersuchen, wie mechanische Kräfte und Gewebeumgebungen Malaria beeinflussen.

Viola Introini nutzt quantitative Ansätze aus der Physik, um zu untersuchen, wie Plasmodium-Parasiten mit ihren menschlichen Wirten auf unterschiedlichen biologischen Ebenen interagieren – von einzelnen Zellen bis hin zu Netzwerken auf Gewebeebene. In ihrer Begründung hob die IUPAP ihre Beiträge zum besseren Verständnis der Malariainfektion hervor und würdigte sie „für ihre Pionierarbeit bei der Anwendung quantitativer physikalischer Methoden zur Aufdeckung der biophysikalischen Mechanismen, die die Interaktionen zwischen Malariaparasiten und Wirten auf verschiedenen Ebenen steuern.“

„Ich fühle mich sehr geehrt, diese Auszeichnung zu erhalten, die für mich von besonderer Bedeutung ist. Sie erkennt die Wichtigkeit der Biophysik für Infektionskrankheiten am– ein Aspekt, der in der Medizin zunehmend Beachtung findet. Ich bin Professor Pietro Cicuta und meinen Supervisoren dankbar für ihre Unterstützung und Anleitung in den prägenden Jahren meiner akademischen Laufbahn“, sagt Introini. „Dieser Preis motiviert mich zutiefst, meine Arbeit am MPZPM fortzusetzen und die interdisziplinäre Forschung an der Schnittstelle von Physik, Biologie und Medizin voranzutreiben, um zu verstehen, wie biophysikalische Prinzipien Krankheiten beeinflussen.“

Entschlüsselung der Mechanismen der vaskulären Malariainfektion

Introini und ihre Forschungsgruppe ›Vaskuläre Infektion‹ wollen verstehen, wie Malariaparasiten in rote Blutkörperchen eindringen und sich an Blutgefäßen festsetzen, was zu schweren Komplikationen im Gehirn, in der Plazenta und anderen lebenswichtigen Organen führt. Zu diesem Zweck untersucht sie drei Aspekte. Sie untersucht die mechanischen Kräfte, die bei der Invasion und Adhäsion der Parasiten an den Blutgefäßen wirken. Darüber hinaus analysiert sie die genetischen Anpassungen, die den Menschen vor Malaria schützen. Sie untersucht auch den Einfluss von Wirtsfaktoren wie Fieber und spezifischen Gewebeumgebungen. Dazu entwickelt sie physiologisch relevante in vitro-Gefäßmodelle, mit denen sie die Infektionsmechanismen von Malaria unter kontrollierten Bedingungen verstehen will. Das primäre Ziel ist es, die Erkenntnisse in medizinische Anwendungen umzusetzen, um Malaria und andere Gefäßerkrankungen zu behandeln, insbesondere bei gefährdeten Gruppen wie Kindern und Schwangeren.

Die Preisverleihung findet während der 12. ›International Conference on Biological Physics‹ vom 28. Juni bis 3. Juli in Genua, Italien, statt.

Über den IUPAP Early Career Scientist Preis in biologischer Physik

Der IUPAP C6 Early Career Scientist Preis würdigt außergewöhnliche Leistungen von Wissenschaftler*innen auf dem Gebiet der Biophysik, die sich noch in einer relativ frühen Phase ihrer Karriere befinden. Die Preisträger*innen dürfen ihren Doktortitel nicht vor mehr als acht Jahren erhalten haben (ohne Unterbrechungen ihrer Karriere), müssen bedeutende wissenschaftliche Leistungen vorweisen können und ein außergewöhnliches Potenzial für zukünftige Leistungen in der Biophysik aufweisen.

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